Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist – BWV 45

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich: Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Der Höchste lässt mich seinen Willen wissen Und was ihm wohlgefällt; Er hat sein Wort zur Richtschnur dargestellt, Wornach mein Fuß soll sein geflissen Allzeit einherzugehn Mit Furcht, mit Demut und mit Liebe Als Proben des Gehorsams, den ich übe, Um als ein treuer Knecht dereinsten zu bestehn. Weiß ich Gottes Rechte, Was ist’s, das mir helfen kann, Wenn er mir als seinem Knechte Fordert scharfe Rechnung an. Seele, denke dich zu retten, Auf Gehorsam folget Lohn; Qual und Hohn Drohet deinem Übertreten!

– Kantate BWV 45: 1.Chorus, 2. Rezitativ, 3. Aria

Es fehlen nur 4 Jahre an einer 300-jährigen Jubiläumsaufführung dieser Kantate, die Johann Sebastian Bach (1685-1750) für den 8. Sonntag nach Trinitatis  in Leipzig komponierte und deren Uraufführung genau am 11. August 1726 in der Thomaskirche zu Leipzig stattfand. Der Text – gemäß dem großen Geist des Komponisten – wie für unsere Zeit gedacht – bleibt eine immer gültige, zeitlose Botschaft, Johann Sebastian Bachs lebenslangem Leitsatz „Soli Deo Gloria“ (Allein Gott zu Ehren) entsprechend. Der Schlusschoral zitiert eine Melodie von Ahasverus Fritsch (1629-1701), die der Komponist hier vierstimmig setze.

Diese Aufführung am 25. September 2020 fand unter Beachtung der Bestimmungen des Landes Baden-Württemberg
für Veranstaltungen statt. (große Abstände zwischen den Musiker*innen, Plexiglas-Rollups vor den Sänger*innen, 
sehr begrenzte Zahl von zugelassenen Besucher*innen) im Rahmen des Zyklus’ Bach:vokal, Stiftskirche Stuttgart, 
25.9.2020. 
Henriette Gödde (Alt) 

Henning Jendritza (Tenor) 

Christian Wagner (Bass) 

Stuttgarter Kantorei Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Christine Busch) 

Leitung: Kay Johannsen

1. Chorus

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist
und was der Herr von dir fordert,
nämlich: Gottes Wort halten und Liebe
üben und demütig sein vor deinem Gott.

2. Recitative (Tenor)

Der Höchste lässt mich seinen Willen wissen
Und was ihm wohlgefällt;
Er hat sein Wort zur Richtschnur dargestellt,
Wornach mein Fuß soll sein geflissen
Allzeit einherzugehn
Mit Furcht, mit Demut und mit Liebe
Als Proben des Gehorsams, den ich übe,
Um als ein treuer Knecht dereinsten zu bestehn.

3. Aria (Tenor)

Weiß ich Gottes Rechte,
Was ist's, das mir helfen kann,
Wenn er mir als seinem Knechte
Fordert scharfe Rechnung an.
Seele, denke dich zu retten,
Auf Gehorsam folget Lohn;
Qual und Hohn
Drohet deinem Übertreten!

Zweiter Teil

 

4. Arioso (Bass)

Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage:
Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen
geweissaget, haben wir nicht in deinem Namen
Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in
deinem Namen viel Taten getan?
Denn werde ich ihnen bekennen:
Ich habe euch noch nie erkannt,
weichet alle von mir, ihr Übeltäter!

5. Aria (Alto)

Wer Gott bekennt
Aus wahrem Herzensgrund,
Den will er auch bekennen.
Denn der muss ewig brennen,
Der einzig mit dem Mund
Ihn Herren nennt.

6. Recitative (Alto)

So wird denn Herz und Mund selbst von mir Richter sein,
Und Gott will mir den Lohn nach meinem Sinn erteilen:
Trifft nun mein Wandel nicht nach seinen Worten ein,
Wer will hernach der Seelen Schaden heilen?
Was mach ich mir denn selber Hindernis?
Des Herren Wille muss geschehen,
Doch ist sein Beistand auch gewiss,
Dass er sein Werk durch mich mög wohl vollendet sehen.

7. Chorale

Gib, dass ich tu mit Fleiß,
Was mir zu tun gebühret,
Worzu mich dein Befehl
In meinem Stande führet!
Gib, dass ichs tue bald,
Zu der Zeit, da ich soll;
Und wenn ich's tu, so gib,
Dass es gerate wohl!

 

Veröffentlicht in: Musik

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